Private Sekundarschule Schloss Varenholz senkt Elternbeiträge für Tagesschüler

Um unabhängig von den Einkommensverhältnissen der Eltern mehr Schülerinnen und Schülern den Besuch der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz zu ermöglichen, ist ein Besuch der Schule für Neuanmeldungen ab dem 01. März 2019 nun schon ab einem Elternbeitrag von 180,00 Euro monatlich möglich. Hiervon können interessierte Eltern und Schüler aus einem Umkreis von ca. 35 km um Varenholz herum profitieren, da der Einzugsbereich für Tagesschüler nicht nur bis nach Vlotho oder Rinteln, sondern darüber hinaus bis nach Minden im Norden, Herford im Westen, Hameln im Osten und Lemgo im Süden reicht. Zur Verpflegung der Tagesschüler zählt neben der Versorgung mit Schulobst im Vormittagsbereich auch von montags bis freitags ein abwechslungsreiches, selbst zubereitetes  Mittagessen.

Die Private  Sekundarschule Schloss Varenholz, eine Ganztagsschule des Gemeinsamen Lernens, befindet sich auf dem Gelände des Schlosses Varenholz im lippischen Kalletal. Angeschlossen an die staatlich genehmige Ersatzschule ist die Jugendhilfeeinrichtung mit Internat Schloss Varenholz. Die Sekundarschule arbeitet mit einem passgenauen schul- und erziehungspädagogischen Konzept, von dem besonders Schülerinnen und Schüler mit ADHS, Autismus, Teilleistungsschwächen, sonderpädagogischem Förderbedarf oder sonstigen Lernund Leistungsdefiziten profitieren. Durch die intensive Betreuung und die überwiegend sehr kleinen Klassen können die Lehrkräfte jedem Kind eine individuelle und seinen persönlichen Ressourcen entsprechende Förderung zukommen lassen. Hausaufgaben werden in der Regel nicht aufgegeben, da die Schülerinnen und Schüler diese im Rahmen des Ganztagsunterrichts bis 15.20 Uhr schon während der Schulzeit erledigt haben. Wie die Kinder und Jugendlichen aus der Jugendhilfeeinrichtung mit Internat tragen auch die Tagesschüler/-innen während der Schulzeit eine einheitliche Schuloberbekleidung.

Interdisziplinärer Fachtag auf Schloss Varenholz

Pro Schulhalbjahr findet für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Schule und Jugendhilfeeinrichtung mit Internat Schloss Varenholz ein gemeinsamer Fachtag statt, um sich untereinander auszutauschen oder zu einem aktuellen pädagogischen Schwerpunktthema weiter zu bilden. Im November 2018 widmete sich der Fachtag dem Thema „Du erklärst mir deine Welt. – Ich erklär dir meine Welt.“ Ziel war es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Schule und Einrichtung weiter zu verbessern, indem Vertreter/innen aus beiden Abteilungen vertiefende Einblicke in ihre Arbeitsweisen und Arbeitsstrukturen gewährten.

In Form von Workshops wurden folgende Themen angeboten:

1. ELDIB (Entwicklungstherapeutischer/entwicklungspädagogischer Lernziel-Diagnose-Bogen): Einführung in die Verfahrensweise von ELDIB, dem Diagnoseverfahren zur sozialen und emotionalen Entwicklung.

2. AOSF (Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung): Grundzüge der AOSF. Welche Fördermöglichkeiten bestehen in Schloss Varenholz für Kinder und Jugendliche mit AOSF. Abgrenzung von AOSF gegenüber anderen Förderschwerpunkten. Wo liegen die Grenzen von AOSF?

3. Lehrer- und Schülereinschätzbögen: Einführung in die Arbeitsweise. Ausfüllen der Bögen anhand von Fallbeispielen. Verwendung des Manuals. Umrechnung der Beurteilungsskala in Textbauscheine. Nutzung des Berichtswesens.

4. Shaknado vs. Schulsozialarbeit: Die Arbeit in der Schulsozialarbeit innerhalb der Sekundarschule. Herausforderungen, Verfahrenswege, Chancen.

5. Vorstellung der Schlossklasse: Einführung in die Arbeit mit Scoyo Scoyo, der Online-Lernplattform für Schüler/innen der Klassen 1-7.

6. SBW und sonstige Betreuungsformen: Einführung in die Arbeit im Sozialpädagogisch Betreuten Wohnen bzw. in sonstige Betreuungsformen.

7. Jugendhilfearbeit: Klärung von Begriffen, Paragrafen, gesetzlichen Vorgaben, Arbeitsweisen.

8. Open Space Raum: Ideenfabrik, Möglichkeit des internen Austausches, Ausprobieren von Lernspielen und Fördermaterialien.

Da es sich bei der Sekundarschule um eine Schule des gemeinsamen Lernens handelt, stießen bei den Mitarbeiter/innen aus dem Erziehungsdienst natürlich besonders die schulischen Fördermöglichkeiten für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf großes Interesse. Seit Beginn dieses Schuljahres arbeitet die Schule zudem im Hinblick auf die Diagnose des sozialen und emotionalen Entwicklungsstandes eines Förderschülers mit dem entwicklungstherapeutischen/entwicklungspädagogischen Lernziel-Diagnose-Bogen (ELDIB), so dass auch zu diesem Thema ein eigener Workshop angeboten wurde. Alle Workshops wurden über den Tag verteilt 4 – 5 mal angeboten, so dass jeder Mitarbeiter/in die Gelegenheit hatte, sein Wissensspektrum in den unterschiedlichsten Bereichen zu erweitern.

Fachtag auf Schloss Varenholz zum Thema „Stärke statt Macht – Neue Autorität durch Beziehung“

Unter der Leitung von Dennis Haase, Diplom-Sozialpädagoge und Lehrtherapeut am IF Weinheim, Institut für Systemische Ausbildung & Entwicklung, veranstaltete Schloss Varenholz im Februar 2018 einen Fachtag für alle pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema „Präsente Stärke statt Macht – Einführung in die Methoden und Haltungen der professionellen Präsenz & Neuen Autorität“.  Ziel war es, die die wesentlichen Inhalte, Grundhaltungen und Interventionen der „Neuen Autorität“ und des „Gewaltlosen Widerstandes“ in der Erziehung kennenzulernen und anhand von Erfahrungsbeispielen der Teilnehmenden zu reflektieren.

Häufig werden die Lehr- und Fachkräfte in Schule und Jugendhilfeeinrichtung Schloss Varenholz mit auffälligen und auch gewalttätigen Verhaltensweisen der von ihnen betreuten Kinder und Jugendlichen konfrontiert. Die verantwortlichen pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die Eltern sind mitunter ratlos, wie sie auf diese Verhaltensweisen kompetent reagieren sollen oder geraten in eskalierende Machtkämpfe, die zu weiterer Verzweiflung und Ohnmacht führen können. Auch die herkömmlichen Mittel und Trainingskonzepte geraten im Umgang mit hocheskalierten Systemen an ihre Grenzen.

Haim Omer, Professor für Psychologie an der Universität Tel Aviv, hat in diesem Zusammenhang das Konzept der „Neuen Autorität“ bzw. des „Gewaltlosen Widerstandes“ entwickelt. Es findet als systemischer Ansatz immer mehr Verbreitung in Schulen sowie in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Es bietet neue Wege für diejenigen, die mit „auffälligen“ Kindern und Jugendlichen und deren Familien arbeiten. Das Konzept beschreibt die Notwendigkeit, Autorität neu zu definieren und den verantwortlichen Erziehungspersonen Mittel an die Hand zu geben, um unter anderem Regeln aufzustellen und deren Einhaltung wertschätzend aufrechterhalten zu können. Die Betroffenen lernen, die entstandenen Eskalationsprozesse zu erkennen und aus diesen auszusteigen, deeskalierend und beziehungsfördernd vorzugehen und anhand der Interventionsmöglichkeiten der „Neuen Autorität“ neue Möglichkeiten in der Entwicklung tragfähiger Beziehungen zu entwickeln.

Bildungsministerin Gebauer zu Besuch in der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz

Die Private Sekundarschule sowie die Jugendhilfeeinrichtung mit Internat Schloss Varenholz standen im Mittelpunkt eines Besuchs von Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Martina Hannen, Landtagsabgeordnete für Lippe, Marianne Thomann-Stahl, Präsidentin der Bezirksregierung Detmold, sowie weiteren Vertretern aus Politik und Schulbehörde am Freitag, den 02. November 2018.  Martina Hannen war hocherfreut, sich gemeinsam mit den Gästen aus Düsseldorf über das besondere pädagogische Konzept der Sekundarschule informieren zu können: „Die gelungene Verbindung von Schule und Jugendhilfeeinrichtung und auch das Engagement des Landesverbandes Lippe als Eigentümer des Schlossgebäudes und Unterstützer des Internats bzw. der Sekundarschule Schloss Varenholz sind ein Glücksfall für die Region und ein Leuchtturmprojekt in NRW.“

Nach der Begrüßung durch die beiden Geschäftsführer von Schule und Internat, Thomas und Frederic Blauschek, hob der didaktische Leiter der Sekundarschule, Michael Meisel, im Rahmen einer Führung durch die Schulräumlichkeiten die große Heterogenität in der Schülerschaft auf Schloss Varenholz hervor. „Unsere Kinder und Jugendlichen kommen aus allen sozialen Schichten und  verfügen über teilweise sehr problematische schulische Karrieren. Das Spektrum reicht dabei von Schülern mit einer Gymnasialempfehlung bis hin zu Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, mit Schulverweigerungshaltungen, mit ADHS oder einer Autismus-Spektrum-Störung“, so Meisel. Um trotz dieser Vielfalt an Herausforderungen möglichst jeden Jugendlichen zum bestmöglichen Schulabschluss zu führen, verfügt die Sekundarschule neben einem engagierten Kollegium auch über zahlreiche Förderpädagogen, Schulsozialarbeiter sowie Lern- und Integrationshelfer. Hinzu kommt die enge Vernetzung bzw. interdisziplinäre Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfeeinrichtung. „Für uns steht Beziehungsarbeit, Achtsamkeit und individuelle Förderung an erster Stelle. Um dies zu gewährleisen und keinen Schüler aufgeben zu müssen, finanzieren wir insbesondere in der Schule viele Angebote und Stellen aus eigenen Mitteln, was allerdings aufgrund des allgemeinen Lehrermangels nicht immer einfach ist“, wies Thomas Blauschek auf ein Problem hin, mit dem gegenwärtig viele Schulen zu kämpfen haben. Dazu betonte Schulministerin Gebauer, dass das Land die Situation mit vielen verschiedenen Maßnahmen verbessern wolle: „Wir lassen nichts unversucht, den Lehrermangel zu bekämpfen. Daher haben wir bereits zwei Maßnahmenpakete vorgestellt. Dabei setzen wir sowohl auf kurz- als auch langfristige Maßnahmen. So müssen wir etwa auf lange Sicht wieder mehr Lehrpersonal an unseren Universitäten ausbilden. Aufgrund der gegenwärtigen Situation arbeiten wir aber auch mit Ansätzen, die sofort positiv wirken, wie zum Beispiel der Erweiterung des Seiteneinstiegs.“

Im Anschluss besichtigte die Ministerin eine Wohngruppe der Jugendhilfeeinrichtung mit Internat sowie die Schulstation Schloss Varenholz – eine interdisziplinäre Lern- und Lebensgruppe, in der prognostisch schwer beschulbare oder sogenannte KrisenschülerInnen, die aufgrund von Schulangst, Schulverweigerung oder einer sonstigen individuell gelagerten Krise nicht mehr dem Unterricht folgen können, betreut werden.  Ziel der Beschulung in der Schulstation ist, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, wieder in die Klasse/Schule integriert zu werden und gemeinsam mit der Klasse dem Unterricht folgen zu können. „Durch das Vorhalten einer Schulstation konnten wir die Zahl der schulisch bedingten Abbrüche von Jugendhilfemaßnahmen in den letzten Jahren wesentlich reduzieren“, verdeutlichte Peter Greitemann, Einrichtungsleiter, seine positiven Erfahrungen mit diesem schulpädagogischen Angebot.

Ermöglicht werden diese besonderen Angebote u. a. durch den Landesverband Lippe als Eigentümer von Schloss Varenholz. „Wir leisten seit jeher mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Immobilienabteilung die Bauunterhaltung für das Schloss und die Schulgebäude und arbeiten hier eng, sehr vertrauensvoll und erfolgreich mit Internat und Schule sowie mit der Elisabeth Engels Stiftung, der die Schulgebäude gehören, zusammen. Es ist uns sehr wichtig, regelmäßig in Bausubstanz und Infrastruktur zu investieren und den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften optimale Bedingungen zu bieten“, erläuterte Anke Peithmann, Verbandsvorsteherin des Landesverbandes Lippe. „Das Modell ist einzigartig: Wir unterstützen hier ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das im Bereich Sekundarschule und Internat vorbildliche Arbeit leistet und sehr erfolgreich ist, und tragen so auch dazu bei, im ländlich geprägten Varenholz Arbeitsplätze zu erhalten bzw. im besten Fall zu schaffen.“

Frederic Blauschek wies abschließend auf zwei Projekte hin, die der Schulgesellschaft in naher Zukunft besonders am Herzen liegen. „Da wir unser fachliches Förderprofil weiter ausbauen möchten, werden wir uns als Talentschule bewerben. Außerdem planen wir die Einrichtung einer speziellen Berufsorientierungsklasse, um unsere Schülerinnen und Schüler noch besser auf den Einstieg in das Berufsleben vorbereiten zu können.“ Bildungsministerin Gebauer wünschte für diese Vorhaben viel Glück und bedankte sich bei der Verabschiedung für viele interessante Eindrücke. Martina Hannen versprach, die Anliegen von Schule und Schulträger „mit nach Düsseldorf“ zu nehmen. „Ich bin froh und dankbar, insbesondere auch für die offene Kommunikation. Wir sind bei unserer Arbeit auf Input und Feedback aus der Schulpraxis angewiesen,“ so Hannen zum Abschluss.

Bilduntertitel:
Thomas Blauschek (3. v.l.), Geschäftsführer der Schulgesellschaft, erläutert Ministerin Yvonne Gebauer (3.v.r.) die pädagogischen Schwerpunkte der Sekundarschule Schloss Varenholz. Auch Anke Peithmann (l.), Vorsteherin des Landesverbandes Lippe, und Martina Hannen (r.) folgen interessiert seinen Ausführungen.

Leitungsworkshop zum Thema „Stärke statt Macht“

Eltern und Erziehende sind nicht selten mit respektlosen und ablehnenden Verhaltensweisen von Kindern/Jugendlichen konfrontiert und fühlen sich dadurch oft hilf- und ratlos. Infolgedessen ziehen sie sich zurück, lassen gewähren oder geraten in eskalierende Machtkämpfe, die meist zu weiterer Verzweiflung führen. Ähnliches beschreiben LehrerInnen, PädagogInnen aus Kindergärten, Kindertagesstätten oder Einrichtungen der Jugendhilfe. Das Konzept der Neuen Autorität hingegen, das sich vor dem Hintergrund der Systemischen Therapie und der Humanistischen Psychologie entwickelte, zielt unter der Maxime „Stärke statt Macht“ darauf ab, verloren gegangene Präsenz wieder herzustellen.

Für Haim Omer, dem Begründer des Konzeptes der Neuen Autorität, besteht die oberste Pflicht des Erziehenden darin, dem Kind/Jugendlichen bei destruktivem Verhalten Einhalt zu gebieten. Gerade weil für ihn der Respekt vor der Würde des jungen Menschen von entscheidender Bedeutung ist, erachtet Haim Omer den erwachsenen, gewaltlosen Widerstand gegen unziemliche Verhaltensweisen als eine der Hauptaufgaben von Erziehungsverantwortlichen. Haim Omer beendet damit eine Erziehung, die auf Distanz, Furcht und Bestrafung basiert. Er fordert stattdessen eine Autorität durch Beziehung, die charakterisiert ist durch elterliche und professionelle Präsenz, durch Selbstkontrolle und durch Unterstützungssysteme, durch die Setzung von Grenzen, durch Entschlossenheit ohne Gewalt sowie durch Versöhnung und Wiedergutmachung.

Schloss Varenholz wie auch alle anderen Einrichtungen der Fachinstitute Blauschek haben sich entschlossen, sich mit dem neuen pädagogischen Ansatz auseinander zu setzen und dabei alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen. Unterstützen wird uns dabei Dennis Haase, Dipl.-Sozialpädagoge, Lehrtherapeut beim IF Weinheim und ausgewiesener und anerkannter Trainer. Im Juni 2018 hat auf Leitungsebene ein zweitätiger Workshop in Bergkirchen stattgefunden, um sich noch einmal mit der Kernthesen des Konzeptes der Neuen Autorität vertraut zu machen und die Umsetzungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag der Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen der Fachinstitute Blauschek zu diskutieren. Nachdem die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schloss Varenholz bereits im Februar 2018 bei einem gemeinsamen Fachtag einen ersten Eindruck von den „7 Säulen der Neuen Autorität“ gewinnen konnten, fand nun im Oktober 2018 ein weiterer einrichtungsübergreifender Workshop zu diesem Thema statt. ?

Sekundarschule plant Sanierung der Naturwissenschaften

Bereits seit 2013 setzt die Elisabeth-Engels-Stiftung, Eigentümerin des Schulgebäudes und der Turnhalle der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz, Maßnahmen zur Modernisierung und brandschutztechnischen Ertüchtigung des Schulgebäudes mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 1,5 Mio. Euro um. So wurden in der Vergangenheit bereits ein Teil der Fenster sowie die Heizungs- undLüftungsanlage erneuert. Auch bekam die Turnhalle eine neue Hallenbeleuchtung auf LED-Basis. Um den neuen Brandschutzanforderungen gerecht zu werden, wurden zudem eine Warnanlage für Notfallsituationen eingebaut, eine Brandmeldeanlage eingerichtet und neue Brandschutztüren eingesetzt.

Weitere 320.000 Euro des Gesamtvolumens sind von 2017 bis heute in die Fertigstellung aller gesetzlich vorgeschriebenen Brandschutzmaßnahmen sowie in die Sanierung des Flachdaches des Schulgebäudes geflossen. „Wie bei allen vorangegangenen Bau- und Sanierungsmaßnahmen konnten wir uns auch hier auf die tatkräftige Unterstützung und Fachkompetenz der Immobilienabteilung des Landesverbandes Lippe verlassen“, so Friedel Köstering, Vorsitzender der Elisabeth-Engels-Stiftung.

Dienten die bisherigen Maßnahmen vorrangig dem Erhalt des Schulgebäudes und der Sicherheit der Lehrkräfte und der Schülerschaft, hat die Stiftung gemeinsam mit der OWL Gemeinnützigen Privatschulgesellschaft, dem Träger der Privaten Sekundarschule, für 2019 bereits ein neues Projekt ins Auge gefasst, von dem insbesondere die Schülerinnen und Schüler, aber natürlich auch die Lehrkräfte sehr profitieren werden. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von ca. 200.000 Euro ist geplant, die naturwissenschaftlichen Räumlichkeiten für die Fächer Chemie und Physik komplett zu sanieren und mit modernen Versuchs- und Laborgeräten auszustatten. „Gegenwärtig leidet die Unterrichtsqualität in den naturwissenschaftlichen Fächern sehr darunter, dass die technische Ausstattung veraltet ist und wir deshalb unseren eigenen Qualitätsansprüchen im Hinblick auf den Unterricht in diesen Fächern nicht gerecht werden können“, betont Frederic Blauschek, Geschäftsführer der Trägergesellschaft, die dringende Notwendigkeit einer kompletten Sanierung dieses Bereiches.

Für Friedel Köstering steht außer Frage, die Schule bei der Umsetzung dieses Projektes finanziell zu unterstützen. „Schließlich besteht der Zweck der Stiftung auch darin, die Schüler zu fördern und bei der Finanzierung von notwendigen Investitionen in die Verbesserung der Pädagogik behilflich zu sein“, begründet Köstering das finanzielle Engagement der Stiftung in diesem Bereich. Trotz der in den vergangenen Jahren bereits getätigten Investitionen ist die Elisabeth-Engels-Stiftung deshalb bereit, sich mit bis zu 100.000 Euro an den Gesamtkosten zu beteiligen. „Im Hinblick auf die noch bestehende Finanzierunglücke in Höhe von ca. 100.000 Euro hoffen wir auf eine Förderung im Rahmen des Kommunalinvestitionsfördergesetzes“, so Köstering. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wird sich auch die Gemeinnützige Privatschulgesellschaft aus eigenen Mitteln an den Investitionskosten beteiligen.

Bildhinweis: Friedel Köstering (l.), Vorsitzender der Elisabeth-Engels-Stiftung, Hermann Schweppe (m.) von der Immobilienabteilung des Landesverbandes Lippe und Frederic Blauschek (r.), Geschäftsführer der Schulträgergesellschaft, vor den Eingangstoren des umfangreich sanierten Schulgebäudes der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz.

Schulstart 2018: Gemeinsamer Segeltörn aller Schulklassen auf dem Ijsselmeer

Zum insgesamt fünfzehnten Mal fand zu Beginn des neuen Schuljahres 2018/2019 für alle Schüler/-innen der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz ein gemeinsamer Segeltörn auf dem Ijsselmeer statt.

Die Hauptintention für einen Segeltörn bzw. eine Erlebniswoche zu einem derart frühen Zeitpunkt im Schuljahr ist darin zu sehen, dass es zum jeweiligen Beginn eines Schuljahres viele neue Schüler/-innen in die bestehenden Gruppen- und Klassengemeinschaften zu integrieren gilt und möglichen Konfliktpotenzialen schon im Entstehungsstadium entgegen gewirkt werden soll. Wo sollte dies besser möglich sein als auf einem sich auf See befindlichen Schiff, wo die Rückzugsmöglichkeiten eingegrenzt und statt dessen Tugenden wie Solidarität, Teamfähigkeit, Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme gefragt sind. Und zwar nicht nur untereinander, sondern auch im Zusammenspiel mit den betreuenden Lehrer/-innen und Erzieher/-innen. Die gemeinsame Zubereitung von Mahlzeiten, das Zusammenspiel bei der täglichen Arbeit an Deck, aber auch Spiel und Spaß im Klassen- bzw. Gruppenverband stärken auf natürliche Weise und ohne erhobenen Zeigefinger die sozialen Kompetenzen des Einzelnen.

Neben der Integration der Neuaufnahmen steigert ein gemeinsames Segelabenteuer oder Gruppenerlebnis darüber hinaus auch die Identifikation mit der Einrichtung und die Motivation im Hinblick auf das Lernverhalten in der Schule.

Varenholzer Schüler besuchen den Tag der Schulen in der Rommel-Kaserne in Augustdorf

Am Dienstag, den 29. Mai 2018 fuhren 18  Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 9 und 10 zusammen mit der Berufskoordinatorin Britta Gruß zum Tag der Schulen zur Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf. Dort stellte sich die Panzerbrigade 21 Lipperland interessierten Schülern vor. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz nutzten diesen Tag, um sich über die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr zu informieren.

Nach einer standesgemäßen Begrüßung ging es auch gleich zur ersten Station, wo die Schülerinnen und Schüler das Leben in der Kaserne und im Feld kennenlernen konnten. Sie erfuhren Wissenswertes über die verschiedenen Lagerfeuertypen, die unterschiedlichen Zeltarten und die verschiedenen Möglichkeiten der Tarnung im Feld. In der Kaserne besichtigten die Schülerinnen und Schüler dann eine Stube und lernten, welche Gegenstände in einem Marschgepäck vorhanden sein müssen. So einen gepackten, 15 kg schweren Rucksack durften einige Schüler dann probeweise aufsetzen und sich mit ihm mental auf einen 17-km-Lauf begeben. Danach lernten die Schülerinnen und Schüler, wie man mit einem Feldstecher Entfernungen einschätzen und berechnen kann.

In der Kasernenkantine wurden dann alle zu ihrer höchsten Zufriedenheit verköstigt. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr angetan von der Auswahl an Gerichten und schlemmten los. Die Schüler empfanden besonders die Kalorienangaben bei jeder Mahlzeit als sinnvoll und hilfreich. Bei der zweiten Station erwartete die Schülerinnen und Schüler Informationen zum Panzer Leopard I: technische Daten, Fahrausbildung, Geschichte der Entwicklung der Panzerbrigade etc. Drei Schüler hatten das besondere Glück, für die Fahrt im Panzersimulator ausgewählt zu werden. Nach der erfolgreichen Bewältigung einer Teststrecke in dem Fahrsimulator, wurden diesen Schülern der Panzer-Simulations-Führerschein ausgehändigt.  Nicht nur die drei „Fahrschüler“ sondern auch der Rest der Schülergruppe war begeistert von dem Fahrsimulator. Bei der anschließenden Karriereberatung der Bundeswehr zeichneten sich die Schülerinnen und Schüler aus Varenholz durch ihr Interesse und ihre Neugier auf eine Ausbildung bei der Bundeswehr aus. Sie stellten gezielte Fragen bezüglich ihrer eigenen Befähigung, später einmal bei und für die Bundeswehr arbeiten zu dürfen.

Die dritte Station hatte den beeindruckenden Namen „Dynamische Waffenschau“. Hier gab es eine Vorführung des Panzers Leopard II, eines Maderpanzers und diverser LKWs. Natürlich wurde auch die Schußkraft der beiden Panzer lautstark und eindrucksvoll vorgestellt. Das Highlight für unsere Schülerinnen und Schüler war dann aber die Besichtigung dieser Panzer und LKWs: unsere Schüler stürmten sofort nach deren Freigabe los, erklommen diese, nahmen im Inneren Platz und nutzten die Gelegenheit, sich mit der Besatzung über deren Aufgaben und ihren Beruf im Allgemeinen zu unterhalten.

Bevor die Schülergruppe wieder Richtung Varenholz abfuhr, nahm sie an der vierten Station noch an der Aufklärungssimulation teil und erlebte hautnah, was es heißt, sich lautlos in Wald und Feld zu bewegen. Begeistert von diesem von der Panzerbrigade Lipperland hervorragend organisierten und durchgeführten Tag, kamen die Schülerinnen und Schüler am späten Nachmittag wieder in Varenholz an.

Berufsfelderkundung der Jahrgangsstufe 8

Nach Maßgabe des 2016 in NRW eingerichteten Berufsorientierungssystems „Kein Abschluss ohne Anschluss“, nachstehend KAoA genannt, reisten 32 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 der Sekundarschule Schloss Varenholz im März 2018 nach Bad Salzuflen zum Bildungsträger „Arbeit,Wohnen und Bildung“ (AWB). Nach der im Dezember 2017 erfolgten Potenzialanalyse und deren Auswertungen bildete die dreitägige Berufsfelderkennung bei der AWB den 2. Teil des dreigliedrigen KAoA-Programms. Die Institution AWB bietet neben Berufsfelderkundungen u.a. auch Unterstützung bei Fragen zum Arbeitslosengeld 1 und 2 sowie Beratung zu und Vermittlung von anderen Angeboten aus der Arbeits-und Berufswelt.

Nach dem Rotationsprinzip wurden die Schülerinnen und Schüler z. B. in das Gewerk „Gastronomie – Wäschepflege und Zubereitung von Speisen“ eingeführt. Zu diesem Gewerk zählte u. a. die Zubereitung des täglichen Mittagessens für alle Schülerinnen und Schüler aus Varenholz. Vorbereitet wurden zum Beispiel Ofengemüse mit Fenchelknolle, Möhren, Zucchini und Paprika sowie Nudeln mit einer selbst zubereiteten Hackfleischsoße. Im Gewerk „Holz und Metall“ konnten die Achtklässler unter Anleitung des Werkstattleiters Bilderrahmen aus einem vorher präparierten Holzstück herstellen. Die selbst gezimmerten, zurecht geschnittenen, geschmirgelten, gebohrten und abschließend mit Bienenwachs bestrichen Rahmen konnten am Ende als Mitbringsel für die Familie oder zum Aufhängen im eigenen Zimmer mitgenommen werden. Im Metallbereich haben die Schülerinnen und Schüler nach Vorgabe durch die Werkstattleiter aus Metallstücken einen Schlüsselanhänger durch Feilen und Bohren gefertigt sowie mit einer Aufhängevorrichtung versehen. Fingerfertigkeit und Präzision waren in diesem Arbeitsgang gefragt und gefordert.

Insgesamt bot die dreitägige Berufsfelderkundung für die Jugendlichen die Möglichkeit, einen ersten Einblick in die Arbeits-und Berufswelt zu gewinnen und die gesammelten Erfahrungen vielleicht schon für das in Jahrgangsstufe 9 anstehende dreiwöchige Betriebspraktikum zu nutzen.

Text: Milan-B. Todorovic, Berufskoordinator an der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz

Forschungsprojekt „WirkJuBe-Hilfeplanung“

Seit Beginn des Schuljahres 2017/2018 beteiligt sich die Jugendhilfeeinrichtung Schloss Varenholz über einen Zeitraum von ca. 18 Monaten an dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt „WirkJuBE-Hilfeplanung“. „WirkJuBE-Hilfeplanung“ steht für Hilfeplanung als Wirkfaktor in der Kinder-/Jugendhilfe und Behindertenhilfe und wird unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Macsenaere vom renommierten IKJ, Institut für Kinder- und Jugendhilfe, durchgeführt. Gemeinsam mit der Daarwin Beratungsgesellschaft mbH und der IJOS GmbH entwickelt das IKJ unter dem Dach der „Initiative Zukunft der Sozialwirtschaft“ (IZdS) als unabhängiges Expertennetzwerk gemeinsam mit Kostenträgern und Leistungserbringern Wege für die Sozialwirtschaft von Morgen.

Hintergrund des Projektes sind die in der Vergangenheit vorgelegten und immer wieder veränderten Entwürfe zur Novellierung des SGB VIII, die neben dem Einstieg in eine Große Lösung eine grundlegende Neuausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe insbesondere zu Lasten der Kinder und Jugendlichen anstrebt. Diesen Versuchen gilt es ein fachlich fundiertes und im Berufsalltag erprobtes Vorgehen entgegen zu setzen, das für öffentliche wie auch für freie Träger alltagstauglich die Wirkungen und zentrale Wirkfaktoren der Hilfen erfasst und sichtbar macht. Zugleich wird die Entwicklung eines geeigneten Verfahrens zur Qualifizierung des Hilfeplanprozesses sowie zur Untermauerung des Personaleinsatzes mit evidenzbasierten Mindeststandards beitragen.

Das Projekt WirkJuBe-Hilfeplanung nimmt die Hilfeplanung als bedeutsamen Wirkfaktor in der Erziehungshilfe in den Fokus. Ziel ist es:

  • für öffentliche und freie Träger ein wissenschaftlich abgesichertes und alltagstaugliches Instrument für die Wirkungsbestimmung zu erhalten,
  • den teilnehmenden Trägern frühzeitig ein Grundlage für die in der SGB VIII-Novellierung geforderte Hilfeplanung zu liefern,
  • neben der Hilfeplanung weitere zentrale Wirkfaktoren wie Zuweisungsqualität oder Partizipation in den Blick zu nehmen,
  • beteiligten Trägern eine Basis für eine wirkungsorientierte Qualitätsentwicklung an die Hand zu geben.

Durch die Teilnahme an diesem Projekt verspricht sich Schloss Varenholz eine differenzierte und transparente Darstellung seiner Leistungsfähigkeit im Bereich der Jugendhilfe, Hinweise zu eigenen Stärken und möglichen Verbesserungspotentialen unter dem Aspekt des Qualitätsmanagements, empirisch untermauertes Wissen über die ereichten Wirkungen und die zugrunde liegenden Wirkfaktoren sowie Hinweise, welche Hilfe bei welcher Ausgangslage geeignet ist und damit auch die Möglichkeit, die Zuweisungsqualität zu erhöhen. Die Datenerhebung für das Projekt erfolgt mittels elektronischer Fragebögen, mit deren Hilfe alle neu aufgenommenen Kinder und Jugendlichen ab Sommer 2017 prospektiv erhoben und über einen Verlaufszeitraum von 18 Monaten begleitet werden.

Weitere Informationen zum genannten Forschungsprojekt bzw. zur IZdS und IKJ liefern die Domains: www.izds.de und www.ikj-mainz.de.