70 Jahre Internat Schloss Varenholz

<p>Das Internat Schloss Varenholz feierte im Juni diesen Jahres
ein rundes Jubil&auml;um, denn vor genau 70 Jahren legte die P&auml;dagogin
und Erzieherin Elisabeth Engels auf Schloss Varenholz den Grundstein f&uuml;r die
heutige Jugendhilfeeinrichtung mit Internat.</p>
<p>Anl&auml;sslich dieses runden Geburtstages veranstaltete Schloss
Varenholz am 30. Juni ein gro&szlig;es Jubil&auml;umsfest. Eingebunden
in ein buntes Rahmenprogramm bot das Fest den G&auml;sten die Gelegenheit, die
Einrichtung Schloss Varenholz in ungezwungener Atmosph&auml;re kennen zu lernen und
mit der Familie einen unterhaltsamen und entspannten Sonntagnachmittag zu
verbringen. W&auml;hrend der Singer-Songwriter Isaak Guderian
f&uuml;r den guten Ton auf dem Jubil&auml;umsfest sorgte, konnten sich die Kinder und
Jugendlichen bei zahlreichen kostenlosen Aktions- und Mitmachangeboten nach
Herzenslust austoben. Zu den Highlights z&auml;hlten dabei unter anderem ein
Bungee-Run, eine Schleuderball-Arena, ein XXL Fu&szlig;balldart sowie Turm- bzw.
Kistenklettern. W&auml;hrend die Schlossk&uuml;che neben Getr&auml;nken Gelegenheit zu einem
kr&auml;ftigen Imbiss bot, wurden selbstverst&auml;ndlich auch F&uuml;hrungen durch die
R&auml;umlichkeiten der Einrichtung angeboten.</p>
<p><strong>Geschichte
des Internates Schloss Varenholz<br /></strong>Den Grundstein f&uuml;r das Internat Schloss
Varenholz legte Elisabeth Engels, 1892 in Schiltigheim/Elsass geboren, die nach
ihrer p&auml;dagogischen Ausbildung zun&auml;chst als Lehrerin und Erzieherin t&auml;tig war.
Nachdem sie bereits 1933 die erste Heimschule f&uuml;r M&auml;dchen in Bad Godesberg
gegr&uuml;ndet hatte, dr&auml;ngte es sie, nach dem Krieg wieder aktiv an der Bildung und
Erziehung junger Menschen arbeiten zu k&ouml;nnen. 1949 lie&szlig; sie sich deshalb als
Untermieterin der Filmgesellschaft UFA im Schloss Varenholz nieder, um dort ein
Studienheim f&uuml;r M&auml;dchen zu betreiben, die infolge der Nachkriegsn&ouml;te keine
ausreichende und abschlie&szlig;ende Schulbildung erhalten hatten. Aus diesen Anf&auml;ngen
entwickelte sich schlie&szlig;lich neben dem Internat eine weder konfessionell noch
ideologisch gepr&auml;gte private Realschule f&uuml;r Jungen und M&auml;dchen, die im Oktober
1951 die Anerkennung als staatliche Ersatzschule erhielt. </p>
<p>Nachdem das
Internat seit dieser Zeit ausschlie&szlig;lich Privatzahlern vorbehalten war, hielt
mit der &Uuml;bernahme der Einrichtung durch den Diplomp&auml;dagogen W. Ulrich Blauschek
im Jahr 1994 auch der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe Einzug in das Schloss
Varenholz. W&auml;hrend sich das Privatschulinternat in den darauf folgenden Jahren im
Rahmen der privat finanzierten Internatsunterbringung von Kindern und
Jugendlichen bundesweit einen Namen machen konnte, gewann auch der
Jugendhilfesektor unter dem Namen Grabbe-Internat Schloss Varenholz weiter an
Profil. Die &uuml;ber die Jahre immer intensiver werdende p&auml;dagogische
Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen f&uuml;hrte schlie&szlig;lich im September 2013
zur Fusion von Privatschulinternat und Grabbe-Internat zur heutigen Jugendhilfeeinrichtung
mit Internat Schloss Varenholz. Mit Beginn des
Schuljahres 2013/2014 nahm auf Schloss Varenholz zudem die neue private
Sekundarschule in Ganztagsform den Schulbetrieb auf, wohingegen die 1951
gegr&uuml;ndete private Realschule im Jahr 2017 ausgelaufen ist. </p>
<p>Im Mai 2014
verstirbt nach langer schwerer Krankheit W. Ulrich Blauschek, der langj&auml;hrige
Tr&auml;ger von Schule und Internat, im Alter von 68 Jahren. Seitdem wird die Einrichtung,
die mittlerweile vorrangig im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe t&auml;tig ist, von
seinen S&ouml;hnen Thomas Blauschek und Frederic Blauschek als gesch&auml;ftsf&uuml;hrende
Gesellschafter geleitet.</p>

Großes Schülerforum 2019: Schüler der Fachinstitute Blauschek verabschieden ihr „Grundgesetz“

Seit 70 Jahren bildet das Grundgesetz die rechtliche und politische Grundordnung der Bundesrepublik. Jetzt verfügen auch die Schülerinnen und Schüler der Fachinstitute Blauschek über eine Vereinbarung, die das Zusammenleben mit allen Rechten und Pflichten regelt. Am 25. Mai 2019 fand zum insgesamt vierten Mal das „Große Schülerforum“ auf Schloss Varenholz statt, auf dem diese vom Schülerparlament und vom Arbeitskreis Partizipation erarbeitete Vereinbarung allen 250 Schülerinnen und Schülern aus den Einrichtungen und Schulen der Fachinstitute Blauschek präsentiert wurde.

Im Rahmen von Beteiligungsverfahren von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Einrichtungen der Fachinstitute Blauschek wurde bereits 2012 ein Schülerparlament gegründet, dem gewählte Vertreter aus der Schülerschaft der Jugendhilfeeinrichtungen bzw. Internate Schloss Varenholz im Kalletal und Gut Böddeken in Büren-Wewelsburg sowie der Wohngemeinschaften Grabbe-WG in Detmold, Haus Ulrich in Büren und Haus Meinulf in Wewelsburg angehören. Die Mitglieder des Schülerparlaments halten gemeinsam mit dem Arbeitskreis Partizipation regelmäßige Treffen ab, um aktuelle Themen zu bearbeiten und gemeinsam zu überlegen, welche Anliegen im Bereich von Partizipation und Mitbestimmung bestehen und wie diese weiterentwickelt und umgesetzt werden können. Alle zwei Jahre findet ein „Großes Schülerforum“ statt, bei dem das Parlament die Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert, aber auch Anregungen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen aus den oben genannten Einrichtungen sammelt und anschließend weiter bearbeitet.

Die auf dem „Großen Schülerforum“ in einem von den Parlamentariern produzierten Filmbeitrag präsentierte Vereinbarung des Zusammenlebens umfasst die fünf Lebensbereiche Gemeinschaft, Gesundheit, Schule/Bildung, Freizeit und Medien. Während Artikel 11 im Bereich Schule/Bildung zum Beispiel das Recht auf ungestörtes und ruhiges Lernen beinhaltet, findet sich unter dem Punkt Gemeinschaft in Artikel 2 beispielsweise folgende Übereinkunft: Das Leben in der Gemeinschaft ist geprägt von gegenseitiger Rücksichtnahme. Die insgesamt 20 Artikel umfassende Vereinbarung bildet zukünftig die Präambel für alle in den einzelnen Einrichtungen bestehenden Schul- und Hausordnungen.

Im Rahmen der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen der Fachinstitute hatten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des  Schülerforums zudem die Gelegenheit, aus ihren Reihen eigene Beschwerdemanager zu wählen. Diese werden zukünftig alle Anregungen und Beschwerden aus der Schülerschaft erfassen, die Bearbeitung garantieren, Rückmeldungen geben und gegebenenfalls Lösungen für die Behebung des Beschwerdegegenstands entwickeln.

Im Nachmittagsbereich konnten sich die Schülerinnen und Schüler bei den Highland-Games auf dem Sportplatz austoben, bevor zum Abschluss der Veranstaltung noch die gewählten Beschwerdemanager verkündet und vorgestellt wurden.

„Vereinbarung über das Zusammenleben in den Einrichtungen der Fachinstitute Blauschek“ zum Download als PDF-Datei.

Fachtag auf Schloss Varenholz zum Thema „Traumapädagogik in der Jugendhilfe“

Am 10.05.2019 veranstaltete Schloss Varenholz für die pädagogischen Fachkräfte aus der Einrichtung, aber auch für das Lehrerkollegium der Sekundarschule einen Fachtag zum Thema „Traumapädagogik in der Jugendhilfe“. Mit dem Begriff Traumapädagogik  werden die pädagogischen Ansätze und Methoden bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, insbesondere in der stationären Kinder- und Jugendhilfe, bezeichnet. Ziel der Traumapädagogik ist die emotionale und soziale Stabilisierung von Kindern und Jugendlichen, wobei die Schaffung eines sicheren Ortes mit verlässlichen Beziehungen, der Aufbau von Vertrauen und die Unterstützung bei der Bewältigung der traumatischen Ereignisse eine wichtige Rolle spielen.

Als Experte und Fachreferent fungierte auf der Veranstaltung Dipl. Psychologe und Psychotherapeut Oliver Hardenberg. In seinem Vortrag stellte er zunächst den Unterschied zwischen Beziehung und Bindung heraus, um im Anschluss näher auf die Bedeutung von Bindung und die Ausdrucksformen von Bindungsstörungen einzugehen. Diesen Ausführungen schloss sich in eine Klärung des Begriffs Trauma an. Oliver Hardenberg skizzierte mögliche Formen traumatischer Erfahrungen und ging dann näher auf die Bedeutung der Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen und des Übergangs in die Jugendhilfe ein. Im Anschluss wurde der Schwerpunkt auf den Umgang mit traumabedingten Verhaltensauffälligkeiten im pädagogischen Alltag gelegt. Dafür wurden zum Praxisbezug das Konzept des guten Grundes, das Konzept hilfreicher Haltungen, das Konzept der kritischen Distanzierung und das Konzept der Biografieklärung vorgestellt.

Vortrag von Oliver Hardenberg als PDF zum Download.