Coronavirus-Pandemie: Aktuelle Informationen für Eltern und Schüler

Grundsätzlich sind wir als Träger der freien Jugendhilfe dazu verpflichtet, die zwischen den Eltern bzw. Sorgeberechtigten, den Jugendämtern und uns vereinbarten Leistungen im Bereich der Jugendhilfe zu erbringen. Deshalb müssen alle Angebotsformen offen bleiben und die von unserer Seite als Jugendhilfeeinrichtung zu erbringenden Leistungen erbracht werden. Dies bedeutet ganz konkret, dass alle Schülerinnen und Schüler auch eine Präsenzpflicht in den Angeboten der stationären und teilstationären Wohngruppen haben und deren Anwesenheit im Rahmen des Heimfahrtplans erfolgen muss. Die Anwesenheitspflicht gilt unabhängig davon, ob Präsenzunterricht in der Schule stattfindet oder nicht! Darüber hinaus schließt dies auch die Anreise aus den Ferien gemäß gültigem Heimfahrtplan mit ein.

Von Montag, den 12.04.21 bis Freitag, den 16.04.21 findet in unserer Sekundarschule für die Klassen 5 bis 9 inklusive der externen SchülerIinnen jeweils bis zum Mittag eine schuliche Betreuung im Klassenverband statt. Die 10. Klassen inklusive der externen SchülerInnen erhalten im genannten Zeitraum normalen Schulunterricht im Ganztagsmodus.  Sollte ab dem 19.04.21 eine neue Regleung in Kraft treten, werden wir darüber an dieser Stelle zeitnah informieren.

Darüber hinaus hat uns das Land Nordrhein Westfalen ein begrenztes Corona-Testkontingent zu Verfügung gestellt, das wir entsprechend eines internen Testkonzeptes einsetzen. Ab sofort werden wir also die Kinder und Jugendlichen in den Wohngruppen wie auch die externen Schüler/innen regelmäßig verpflichtend testen. So sollen die gefühlte und die tatsächliche Sicherheit jedes Einzelnen weiter gefördert und sichergestellt
werden. Seit einiger Zeit gibt es zudem für die MitarbeiterInnen in Einrichtung und Schule ein Impfangebot des Kreises Lippe, und viele Impfdosen wurden bereits verabreicht.

Traditionelles Candle-Light-Dinner im Schloss Varenholz für alle Schülerinnen und Schüler

Am 30. Januar 2020 fand einen Tag vor der Verteilung der Halbjahreszeugnisse für alle Schülerinnen und Schüler von Schloss Varenholz das traditionelle Candle-Light-Dinner in den historischen Speisesälen des Schlosses Varenholz statt. Dem feierlichen Anlass entsprechend war eine elegante Abendgarderobe sowohl für die Schülerschaft als auch für die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Schule und Einrichtung absolute Pflicht.

Das Galamenue, von Chefkoch Florian Lenthe auf den Punkt zubereitet, ließ keine Wünsche offen:

Vorspeise: Tomatenbasilikumsuppe mit Sahnehaube und Croutons

Hauptgang: Schweinefilet im Speckmantel mit Pfefferrahmsauce, bunten Möhren und Herzoginnen-Kartoffeln

Vegetarisch: Rucola-Süßkartoffel-Schnitte mit Kräuterdip und Blattsalat

Dessert: Eis-Herz-Erdbeere mit Sahne

Nach dem Abendessen konnten sich die Schülerinnen und Schüler bei einer kleinen Party im Schlossbistro auf der Tanzfläche austoben oder einfach noch einmal ihre Abendgarderobe spazieren tragen, so dass es am Ende allen leicht fiel, mit gefülltem Magen, guter Laune und einer gestärkten Gruppengemeinschaft den bevorstehenden Aufgaben in Schule und Einrichtung mit Optimismus entgegen zu sehen.

Fachtag zum Thema „Systemsprenger“

Am 06.12.2019 veranstalteten die Fachinstitute Blauschek im Kinocenter Rinteln einen Fachtag zum Thema „Umgang mit Systemsprengern in bestehenden Hilfesystemen“, an dem neben den pädagogischen Fachkräften aus den Jugendhilfeeinrichtungen und Privatschulen der Fachinstitute Blauschek auch zahlreiche Fachkräfte und Entscheider aus dem Bereich Erziehung und Bildung teilnahmen. Als „Systemsprenger“ gelten Kinder und Jugendliche, bei denen aufgrund von schweren Traumatisierungen, gewaltförmigen oder verfestigten selbst- und fremdverletzenden  Verhaltensmustern, Drogen- und Suchtabhängigkeit, massiv schuldistanziertem und schulaversivem Verhalten oder gar „Entkoppelung alle Maßnahmen der Jugendhilfe scheitern.

Pädagoginnen und Pädagogen werden dabei immer wieder damit konfrontiert, dass diese High-Risk-Klientel offenbar durch Unterstützungsangebote nicht erreichbar erscheinen und aufgrund ihrer nicht selten massiv provozierenden und grenzverletzenden Handlungen durch die einzelnen Systeme „hindurchgereicht“ werden, bis sie letztlich in einer Pendelbewegung zwischen Jugendhilfe, Straßenszene, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugend-Justizvollzugsanstalt hängen bleiben und vor den Augen des Hilfesystems zu „hoffnungslosen Fällen“ erklärt werden. Wie aber kann eine individuelle Passung zwischen den Bedarfen dieser Zielgruppe und den pädagogischen Angeboten hergestellt werden?

Können klare Grenzen, Präsenz, Beziehung und Stärke eine erfolgversprechende Perspektive sein?

Im Rahmen einer Kinovorstellung hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Fachtag zunächst die Gelegenheit, sich den vielfach prämierten deutschen Spielfilm „Systemsprenger“ anzuschauen. Das Drama stellt ein 9-jähriges Mädchen in den Mittelpunkt, das als titelgebender Systemsprenger einen Leidensweg zwischen wechselnden Pflegefamilien, Wohngruppe und Sonderschule durchläuft.

Anschließend erläuterte Tijs Bolz in seinem Vortrag zum Thema: „Systemsprenger in Schule und Jugendhilfe“ u.a., welche Faktoren dazu beitragen, dass aus „Kindern in Schwierigkeiten schwierige Kinder werden“ und wie konzeptionelle bzw. personenbezogene Interventionsmaßnahmen bzw. Settings gestaltet sein sollten, um wirksam und effektiv helfen zu können. Tijs Bolz ist Sonderpädagoge und arbeitet am Lehrstuhl „Pädagogik bei Verhaltensstörungen/ Emotionale und Soziale Entwicklung“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Vortrag von Tijs Bolz zum Download (Pdf-Datei)

Abgeschlossen wurde der Fachtag durch eine ausgiebige Diskussionsrunde, in der Tijs Bolz konkrete Fragen aus dem Auditorium beantwortete und auch den anwesenden Lehrkräften pädagogische Ansätze und Unterstützungsmaßnahmen im Hinblick auf eigentlich „unbeschulbare“ Kinder und Jugendliche  an die Hand gab.

Exkursion der 10. Klässler zum Sri Kamatchi Ampal Tempel

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Weltreligionen im Blick“ unternahmen Lernende der 10. Jahrgangsstufe der Sekundarschule Schloss Varenholz eine Exkursion zum Sri Kamatchi Ampal Tempel nach Hamm Uentrop. „An keinem Ort in Deutschland kann man die Spiritualität der hinduistischen Gemeinde Deutschlands intensiver erleben als im Sri Kamatchi Ampal Tempel, welcher einer der größten seiner Art in Europa ist“, so der didaktische Leiter Michael Meisel. „Multikulturelles Zusammenleben heißt auch, sich mit den spirituellen Wertesystemen der anderen auseinanderzusetzen.“ ergänzt Philosophielehrer Ricky Sagawe. So konnten die Lernenden viel über die Zusammenhänge baulicher und spiritueller Herausforderungen hinduistischer Tempelarchitektur erfahren. Die farbige Vielfalt der Götterdarstellungen und der Duft von Räucherstäbchen beeindruckte die Jugendlichen schon beim Betreten des Tempels. Beeindruckt waren die Jugendlichen auch von dem abschließenden Gottesdienst. In jedem Fall machte der Besuch Sri Kamatchi Ampal Tempels viele Jugendliche neugierig darauf, mehr über die Weltanschauung des Hinduismus zu erfahren.

Tage der freien Schulen – MdL Martina Hannen gibt Unterrichtsstunde in der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Weltreligionen im Blick“ unternahmen Lernende der 10. Jahrgangsstufe der Sekundarschule Schloss Varenholz eine Exkursion zum Sri Kamatchi Ampal Tempel nach Hamm Uentrop. „An keinem Ort in Deutschland kann man die Spiritualität der hinduistischen Gemeinde Deutschlands intensiver erleben als im Sri Kamatchi Ampal Tempel, welcher einer der größten seiner Art in Europa ist“, so der didaktische Leiter Michael Meisel. „Multikulturelles Zusammenleben heißt auch, sich mit den spirituellen Wertesystemen der anderen auseinanderzusetzen.“ ergänzt Philosophielehrer Ricky Sagawe. So konnten die Lernenden viel über die Zusammenhänge baulicher und spiritueller Herausforderungen hinduistischer Tempelarchitektur erfahren. Die farbige Vielfalt der Götterdarstellungen und der Duft von Räucherstäbchen beeindruckte die Jugendlichen schon beim Betreten des Tempels. Beeindruckt waren die Jugendlichen auch von dem abschließenden Gottesdienst. In jedem Fall machte der Besuch Sri KamatchiIm Rahmen der „Tage der Freien Schulen NRW“ war die Landtagsabgeordnete Martina Hannen zu Gast in der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz, um dort eine Schulstunde in einer der drei 10. Klassen zu gestalten. Die dahinterstehende Idee ist, durch den direkten Kontakt Schülerinnen und Schüler für Politik zu begeistern und ihnen die Arbeit der Landtagsabgeordneten näher zu bringen. Gleichzeitig können sich die Landespolitiker ein Bild von den Sichtweisungen und Erfahrungen junger Menschen machen und sich über die pädagogische Arbeit und die besonderen Konzepte der Privatschulen informieren.

Die in Lage beheimatete Juristin Martina Hannen, die zudem Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion für schulische Berufs- und Weiterbildung ist, präsentierte sich im Rahmen der 60-minütigen Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern sehr offen und verständlich in ihren Aussagen. Dies führte letztendlich zu einem regen Meinungsaustausch auf Augenhöhe, bei dem die 10. Klässler ihre Ansichten zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen wie dem Klimawandel, dem deutschen Bildungssystem oder der Fridays for Future-Bewegung engagiert vertraten und Erklärungen oder auch Verbesserungen von der Politik einforderten.

Martina Hannen zeigte sich abschließend beeindruckt von dem vielfältigen politischen Interesse und der Diskussionsfreudigkeit der Jugendlichen, die sich auch darin wiederspiegelte, dass am Ende der Schulstunde noch in der anschließenden Pause kontrovers weiter diskutiert wurde.

„Lernreise 2019“ der Carl von Ossietzky Universität macht Station auf Schloss Varenholz

Am Mittwoch, den 18.09.2019 besuchten 13 Studierende der Fakultät für Bildungs- und Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Schule und Juendhilfeinrichtung Schloss Varenholz. Die angehendenden Lehrer_Innen besuchten während der „Lernreise 2019“ verschiedenen Schulen, die durch ihre besondere Konzeption herausstechen. Im Rahmen ihres Besuches auf Schloss Varenholz konnten sie sich, unter anderem durch Unterrichtsbesuche und die Teilnahme an interdisziplinären Teambesprechungen, einen realitätsnahen Eindruck von der interdisziplinären Arbeit auf Schloss Varenholz machen.

Beeindruckt zeigten sich die Studenten sich von dem Klima der Wertschätzung und Ressourcenorientierung und dem souveränen und vertrauten Umgang mit den Schüler_innen. Neugierig machte der Besuch darauf, mehr von dem Konzept „Stärke statt Macht“ und dem Unterrichts- und Freizeitalltag der Jugendlichen zu erfahren. Abschließend bedankten sie sich für die Offenheit aller Lehrenden und Begleiter sowie dafür, einen Einblick in unterschiedliche Bereiche von Schule und Jugendhilfeeinrichtung Schloss Varenholz bekommen zu haben.

Abschlussfeier der Schulabgänger 2019

Im Rahmen einer feierlichen Abschlusseier im Innenhof des Schlosss Varenholz erhielten 7 Schülerinnen und Schüler aus den 9. Klassen sowie 34 Schülerinnen und Schüler aus den beiden 10. Klassen der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz unter den wehmütigen Augen ihrer Mitschüler, Lehrer, Eltern und Freunde aus den Händen ihrer Klassenleitungen ihre Abschlusszeugnisse überreicht.

Wenngleich vielen der Schülerinnen und Schüler der Abschied von Schule und Jugendhilfeeinrichtung mit Internat, verbunden mit dem Eintritt in einen neuen und vielleicht ungewissen Lebensabschnitt, sichtlich schwer fiel, überwog bei den meisten doch die Freude über den erreichten Bildungsabschluss. Michael Meisel, Klassenlehrer der Klasse 10E, hob in seiner Ansprache hervor, dass alle 10. Klässler einen Schulabschluss erreicht haben, 8 von ihnen sogar mit dem Qualifikationsvermerk für die gymnasiale Oberstufe. Magdalena Brackland und Sophie Rosenfeld, Klassenvertreterinnen der beiden 10. Klassen, stellten das Engagement und die Unterstützung durch die Varenholzer Lehrer heraus und schlossen ihre Ansprache mit den Worten: „In Varenholz werden wir immer eine Familie haben, zu der wir zurückkehren können.““

Für die weitere Schulausbildung oder aber für den Start in das Berufsleben wünscht Schloss Varenholz folgenden, nunmehr ehemaligen Varenholzern viel Erfolg:

Klassen 9:
Niklas Feldmann, Leon Fleuren, Tom Georges, Valentin Illiges, Diana Jung, Johanna Kostenstedt, Dominic Kroll

Klasse 10E:
Lea-Alida Beckmann, Leon Behrmann, Torben Bösch, Sarah Bode, Jonas Gerdes, Mattis Heine, Maxime Horst, Max Janssen, Lars Kappey, Adrian Niedergassel, Noah Oberndorfer, Sophie Rosenfeld, Ayden Rübsteck, Otis Schauland, Lukas Schwarzer, Jan van Es, Mathis Wallrafen, John Weijers

Klasse 10G:
Magdalena Brackland, Justin-Mert Cokcanol, Linda-Rose Donaiski, Darline Giese, Artur Günther, Dana Hiltner, Lars Krüger, Julian Lüpschen, Alina Pannizzo, Lars-F. Siekmeier, Tom Schnitt, Andre Stiebitz, Leon Strothmeier, Sinan Usta, Philipp van Ommen, Tom Wiemers

70 Jahre Internat Schloss Varenholz

<p>Das Internat Schloss Varenholz feierte im Juni diesen Jahres
ein rundes Jubil&auml;um, denn vor genau 70 Jahren legte die P&auml;dagogin
und Erzieherin Elisabeth Engels auf Schloss Varenholz den Grundstein f&uuml;r die
heutige Jugendhilfeeinrichtung mit Internat.</p>
<p>Anl&auml;sslich dieses runden Geburtstages veranstaltete Schloss
Varenholz am 30. Juni ein gro&szlig;es Jubil&auml;umsfest. Eingebunden
in ein buntes Rahmenprogramm bot das Fest den G&auml;sten die Gelegenheit, die
Einrichtung Schloss Varenholz in ungezwungener Atmosph&auml;re kennen zu lernen und
mit der Familie einen unterhaltsamen und entspannten Sonntagnachmittag zu
verbringen. W&auml;hrend der Singer-Songwriter Isaak Guderian
f&uuml;r den guten Ton auf dem Jubil&auml;umsfest sorgte, konnten sich die Kinder und
Jugendlichen bei zahlreichen kostenlosen Aktions- und Mitmachangeboten nach
Herzenslust austoben. Zu den Highlights z&auml;hlten dabei unter anderem ein
Bungee-Run, eine Schleuderball-Arena, ein XXL Fu&szlig;balldart sowie Turm- bzw.
Kistenklettern. W&auml;hrend die Schlossk&uuml;che neben Getr&auml;nken Gelegenheit zu einem
kr&auml;ftigen Imbiss bot, wurden selbstverst&auml;ndlich auch F&uuml;hrungen durch die
R&auml;umlichkeiten der Einrichtung angeboten.</p>
<p><strong>Geschichte
des Internates Schloss Varenholz<br /></strong>Den Grundstein f&uuml;r das Internat Schloss
Varenholz legte Elisabeth Engels, 1892 in Schiltigheim/Elsass geboren, die nach
ihrer p&auml;dagogischen Ausbildung zun&auml;chst als Lehrerin und Erzieherin t&auml;tig war.
Nachdem sie bereits 1933 die erste Heimschule f&uuml;r M&auml;dchen in Bad Godesberg
gegr&uuml;ndet hatte, dr&auml;ngte es sie, nach dem Krieg wieder aktiv an der Bildung und
Erziehung junger Menschen arbeiten zu k&ouml;nnen. 1949 lie&szlig; sie sich deshalb als
Untermieterin der Filmgesellschaft UFA im Schloss Varenholz nieder, um dort ein
Studienheim f&uuml;r M&auml;dchen zu betreiben, die infolge der Nachkriegsn&ouml;te keine
ausreichende und abschlie&szlig;ende Schulbildung erhalten hatten. Aus diesen Anf&auml;ngen
entwickelte sich schlie&szlig;lich neben dem Internat eine weder konfessionell noch
ideologisch gepr&auml;gte private Realschule f&uuml;r Jungen und M&auml;dchen, die im Oktober
1951 die Anerkennung als staatliche Ersatzschule erhielt. </p>
<p>Nachdem das
Internat seit dieser Zeit ausschlie&szlig;lich Privatzahlern vorbehalten war, hielt
mit der &Uuml;bernahme der Einrichtung durch den Diplomp&auml;dagogen W. Ulrich Blauschek
im Jahr 1994 auch der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe Einzug in das Schloss
Varenholz. W&auml;hrend sich das Privatschulinternat in den darauf folgenden Jahren im
Rahmen der privat finanzierten Internatsunterbringung von Kindern und
Jugendlichen bundesweit einen Namen machen konnte, gewann auch der
Jugendhilfesektor unter dem Namen Grabbe-Internat Schloss Varenholz weiter an
Profil. Die &uuml;ber die Jahre immer intensiver werdende p&auml;dagogische
Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen f&uuml;hrte schlie&szlig;lich im September 2013
zur Fusion von Privatschulinternat und Grabbe-Internat zur heutigen Jugendhilfeeinrichtung
mit Internat Schloss Varenholz. Mit Beginn des
Schuljahres 2013/2014 nahm auf Schloss Varenholz zudem die neue private
Sekundarschule in Ganztagsform den Schulbetrieb auf, wohingegen die 1951
gegr&uuml;ndete private Realschule im Jahr 2017 ausgelaufen ist. </p>
<p>Im Mai 2014
verstirbt nach langer schwerer Krankheit W. Ulrich Blauschek, der langj&auml;hrige
Tr&auml;ger von Schule und Internat, im Alter von 68 Jahren. Seitdem wird die Einrichtung,
die mittlerweile vorrangig im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe t&auml;tig ist, von
seinen S&ouml;hnen Thomas Blauschek und Frederic Blauschek als gesch&auml;ftsf&uuml;hrende
Gesellschafter geleitet.</p>

Großes Schülerforum 2019: Schüler der Fachinstitute Blauschek verabschieden ihr „Grundgesetz“

Seit 70 Jahren bildet das Grundgesetz die rechtliche und politische Grundordnung der Bundesrepublik. Jetzt verfügen auch die Schülerinnen und Schüler der Fachinstitute Blauschek über eine Vereinbarung, die das Zusammenleben mit allen Rechten und Pflichten regelt. Am 25. Mai 2019 fand zum insgesamt vierten Mal das „Große Schülerforum“ auf Schloss Varenholz statt, auf dem diese vom Schülerparlament und vom Arbeitskreis Partizipation erarbeitete Vereinbarung allen 250 Schülerinnen und Schülern aus den Einrichtungen und Schulen der Fachinstitute Blauschek präsentiert wurde.

Im Rahmen von Beteiligungsverfahren von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Einrichtungen der Fachinstitute Blauschek wurde bereits 2012 ein Schülerparlament gegründet, dem gewählte Vertreter aus der Schülerschaft der Jugendhilfeeinrichtungen bzw. Internate Schloss Varenholz im Kalletal und Gut Böddeken in Büren-Wewelsburg sowie der Wohngemeinschaften Grabbe-WG in Detmold, Haus Ulrich in Büren und Haus Meinulf in Wewelsburg angehören. Die Mitglieder des Schülerparlaments halten gemeinsam mit dem Arbeitskreis Partizipation regelmäßige Treffen ab, um aktuelle Themen zu bearbeiten und gemeinsam zu überlegen, welche Anliegen im Bereich von Partizipation und Mitbestimmung bestehen und wie diese weiterentwickelt und umgesetzt werden können. Alle zwei Jahre findet ein „Großes Schülerforum“ statt, bei dem das Parlament die Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert, aber auch Anregungen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen aus den oben genannten Einrichtungen sammelt und anschließend weiter bearbeitet.

Die auf dem „Großen Schülerforum“ in einem von den Parlamentariern produzierten Filmbeitrag präsentierte Vereinbarung des Zusammenlebens umfasst die fünf Lebensbereiche Gemeinschaft, Gesundheit, Schule/Bildung, Freizeit und Medien. Während Artikel 11 im Bereich Schule/Bildung zum Beispiel das Recht auf ungestörtes und ruhiges Lernen beinhaltet, findet sich unter dem Punkt Gemeinschaft in Artikel 2 beispielsweise folgende Übereinkunft: Das Leben in der Gemeinschaft ist geprägt von gegenseitiger Rücksichtnahme. Die insgesamt 20 Artikel umfassende Vereinbarung bildet zukünftig die Präambel für alle in den einzelnen Einrichtungen bestehenden Schul- und Hausordnungen.

Im Rahmen der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen der Fachinstitute hatten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des  Schülerforums zudem die Gelegenheit, aus ihren Reihen eigene Beschwerdemanager zu wählen. Diese werden zukünftig alle Anregungen und Beschwerden aus der Schülerschaft erfassen, die Bearbeitung garantieren, Rückmeldungen geben und gegebenenfalls Lösungen für die Behebung des Beschwerdegegenstands entwickeln.

Im Nachmittagsbereich konnten sich die Schülerinnen und Schüler bei den Highland-Games auf dem Sportplatz austoben, bevor zum Abschluss der Veranstaltung noch die gewählten Beschwerdemanager verkündet und vorgestellt wurden.

„Vereinbarung über das Zusammenleben in den Einrichtungen der Fachinstitute Blauschek“ zum Download als PDF-Datei.

Fachtag auf Schloss Varenholz zum Thema „Traumapädagogik in der Jugendhilfe“

Am 10.05.2019 veranstaltete Schloss Varenholz für die pädagogischen Fachkräfte aus der Einrichtung, aber auch für das Lehrerkollegium der Sekundarschule einen Fachtag zum Thema „Traumapädagogik in der Jugendhilfe“. Mit dem Begriff Traumapädagogik  werden die pädagogischen Ansätze und Methoden bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, insbesondere in der stationären Kinder- und Jugendhilfe, bezeichnet. Ziel der Traumapädagogik ist die emotionale und soziale Stabilisierung von Kindern und Jugendlichen, wobei die Schaffung eines sicheren Ortes mit verlässlichen Beziehungen, der Aufbau von Vertrauen und die Unterstützung bei der Bewältigung der traumatischen Ereignisse eine wichtige Rolle spielen.

Als Experte und Fachreferent fungierte auf der Veranstaltung Dipl. Psychologe und Psychotherapeut Oliver Hardenberg. In seinem Vortrag stellte er zunächst den Unterschied zwischen Beziehung und Bindung heraus, um im Anschluss näher auf die Bedeutung von Bindung und die Ausdrucksformen von Bindungsstörungen einzugehen. Diesen Ausführungen schloss sich in eine Klärung des Begriffs Trauma an. Oliver Hardenberg skizzierte mögliche Formen traumatischer Erfahrungen und ging dann näher auf die Bedeutung der Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen und des Übergangs in die Jugendhilfe ein. Im Anschluss wurde der Schwerpunkt auf den Umgang mit traumabedingten Verhaltensauffälligkeiten im pädagogischen Alltag gelegt. Dafür wurden zum Praxisbezug das Konzept des guten Grundes, das Konzept hilfreicher Haltungen, das Konzept der kritischen Distanzierung und das Konzept der Biografieklärung vorgestellt.

Vortrag von Oliver Hardenberg als PDF zum Download.