Berufsfelderkundung der Jahrgangsstufe 8

Nach Maßgabe des 2016 in NRW eingerichteten Berufsorientierungssystems „Kein Abschluss ohne Anschluss“, nachstehend KAoA genannt, reisten 32 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 der Sekundarschule Schloss Varenholz im März 2018 nach Bad Salzuflen zum Bildungsträger „Arbeit,Wohnen und Bildung“ (AWB). Nach der im Dezember 2017 erfolgten Potenzialanalyse und deren Auswertungen bildete die dreitägige Berufsfelderkennung bei der AWB den 2. Teil des dreigliedrigen KAoA-Programms. Die Institution AWB bietet neben Berufsfelderkundungen u.a. auch Unterstützung bei Fragen zum Arbeitslosengeld 1 und 2 sowie Beratung zu und Vermittlung von anderen Angeboten aus der Arbeits-und Berufswelt.

Nach dem Rotationsprinzip wurden die Schülerinnen und Schüler z. B. in das Gewerk „Gastronomie – Wäschepflege und Zubereitung von Speisen“ eingeführt. Zu diesem Gewerk zählte u. a. die Zubereitung des täglichen Mittagessens für alle Schülerinnen und Schüler aus Varenholz. Vorbereitet wurden zum Beispiel Ofengemüse mit Fenchelknolle, Möhren, Zucchini und Paprika sowie Nudeln mit einer selbst zubereiteten Hackfleischsoße. Im Gewerk „Holz und Metall“ konnten die Achtklässler unter Anleitung des Werkstattleiters Bilderrahmen aus einem vorher präparierten Holzstück herstellen. Die selbst gezimmerten, zurecht geschnittenen, geschmirgelten, gebohrten und abschließend mit Bienenwachs bestrichen Rahmen konnten am Ende als Mitbringsel für die Familie oder zum Aufhängen im eigenen Zimmer mitgenommen werden. Im Metallbereich haben die Schülerinnen und Schüler nach Vorgabe durch die Werkstattleiter aus Metallstücken einen Schlüsselanhänger durch Feilen und Bohren gefertigt sowie mit einer Aufhängevorrichtung versehen. Fingerfertigkeit und Präzision waren in diesem Arbeitsgang gefragt und gefordert.

Insgesamt bot die dreitägige Berufsfelderkundung für die Jugendlichen die Möglichkeit, einen ersten Einblick in die Arbeits-und Berufswelt zu gewinnen und die gesammelten Erfahrungen vielleicht schon für das in Jahrgangsstufe 9 anstehende dreiwöchige Betriebspraktikum zu nutzen.

Text: Milan-B. Todorovic, Berufskoordinator an der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz

Forschungsprojekt „WirkJuBe-Hilfeplanung“

Seit Beginn des Schuljahres 2017/2018 beteiligt sich die Jugendhilfeeinrichtung Schloss Varenholz über einen Zeitraum von ca. 18 Monaten an dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt „WirkJuBE-Hilfeplanung“. „WirkJuBE-Hilfeplanung“ steht für Hilfeplanung als Wirkfaktor in der Kinder-/Jugendhilfe und Behindertenhilfe und wird unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Macsenaere vom renommierten IKJ, Institut für Kinder- und Jugendhilfe, durchgeführt. Gemeinsam mit der Daarwin Beratungsgesellschaft mbH und der IJOS GmbH entwickelt das IKJ unter dem Dach der „Initiative Zukunft der Sozialwirtschaft“ (IZdS) als unabhängiges Expertennetzwerk gemeinsam mit Kostenträgern und Leistungserbringern Wege für die Sozialwirtschaft von Morgen.

Hintergrund des Projektes sind die in der Vergangenheit vorgelegten und immer wieder veränderten Entwürfe zur Novellierung des SGB VIII, die neben dem Einstieg in eine Große Lösung eine grundlegende Neuausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe insbesondere zu Lasten der Kinder und Jugendlichen anstrebt. Diesen Versuchen gilt es ein fachlich fundiertes und im Berufsalltag erprobtes Vorgehen entgegen zu setzen, das für öffentliche wie auch für freie Träger alltagstauglich die Wirkungen und zentrale Wirkfaktoren der Hilfen erfasst und sichtbar macht. Zugleich wird die Entwicklung eines geeigneten Verfahrens zur Qualifizierung des Hilfeplanprozesses sowie zur Untermauerung des Personaleinsatzes mit evidenzbasierten Mindeststandards beitragen.

Das Projekt WirkJuBe-Hilfeplanung nimmt die Hilfeplanung als bedeutsamen Wirkfaktor in der Erziehungshilfe in den Fokus. Ziel ist es:

  • für öffentliche und freie Träger ein wissenschaftlich abgesichertes und alltagstaugliches Instrument für die Wirkungsbestimmung zu erhalten,
  • den teilnehmenden Trägern frühzeitig ein Grundlage für die in der SGB VIII-Novellierung geforderte Hilfeplanung zu liefern,
  • neben der Hilfeplanung weitere zentrale Wirkfaktoren wie Zuweisungsqualität oder Partizipation in den Blick zu nehmen,
  • beteiligten Trägern eine Basis für eine wirkungsorientierte Qualitätsentwicklung an die Hand zu geben.

Durch die Teilnahme an diesem Projekt verspricht sich Schloss Varenholz eine differenzierte und transparente Darstellung seiner Leistungsfähigkeit im Bereich der Jugendhilfe, Hinweise zu eigenen Stärken und möglichen Verbesserungspotentialen unter dem Aspekt des Qualitätsmanagements, empirisch untermauertes Wissen über die ereichten Wirkungen und die zugrunde liegenden Wirkfaktoren sowie Hinweise, welche Hilfe bei welcher Ausgangslage geeignet ist und damit auch die Möglichkeit, die Zuweisungsqualität zu erhöhen. Die Datenerhebung für das Projekt erfolgt mittels elektronischer Fragebögen, mit deren Hilfe alle neu aufgenommenen Kinder und Jugendlichen ab Sommer 2017 prospektiv erhoben und über einen Verlaufszeitraum von 18 Monaten begleitet werden.

Weitere Informationen zum genannten Forschungsprojekt bzw. zur IZdS und IKJ liefern die Domains: www.izds.de und www.ikj-mainz.de.