Studien- und Gedenkfahrt nach Auschwitz und Krakau

Erstmalig als Pilotprojekt durchgeführt, reisten zwölf Schüler*innen des Jahrgangs 10 nach Oświęcim (Auschwitz) und Krakau. Ziel der Studien- und Gedenkfahrt war es, sich intensiv mit der Geschichte des Holocaust auseinanderzusetzen und zentrale Werte wie Verantwortung, Menschlichkeit und Empathie zu stärken.

Bereits zu Beginn wurde deutlich, wie eindrucksvoll und bewegend die Erfahrungen vor Ort sind. Besonders die Besuche der Gedenkstätten Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau, Workshops sowie gemeinsame Reflexionsrunden prägten die Tage nachhaltig. Auch die Begegnung mit einer Zeitzeugin sowie der Aufenthalt in Krakau eröffneten den Schüler*innen neue Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden unterstreichen die besondere Bedeutung dieser Fahrt:
„Die Fahrt hat mir die Augen geöffnet, wie wir miteinander umgehen sollten, damit sich so etwas nie wiederholt.“ ( R.,  Schülerin aus der Klasse 10E).
„Ich bin an dieser Fahrt mental gewachsen und kann sie jedem weiterempfehlen – besonders, um Empathie zu entwickeln. Der Aufenthalt in Krakau hat zudem unfassbar viel Spaß gemacht.“ ( J., Schülerin aus der Klasse 10E).

Ein besonderer Dank gilt der Stätte der Begegnung Vlotho, die maßgeblich an der Organisation und Durchführung beteiligt war.
Für Schloss Varenholz steht fest: Dieses Bildungsangebot war ein voller Erfolg. Die Fahrt hat gezeigt, wie wichtig es ist, historische Verantwortung erlebbar zu machen und junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken.

Jetzt anschauen: ADHS verstehen – Schloss Varenholz im Fokus der PULS Reportage

Im Rahmen des Reportageformats PULS des Bayerischen Rundfunks war ein Filmteam zu Gast auf Schloss Varenholz, um den besonderen pädagogischen Umgang mit jungen Menschen mit ADHS zu beleuchten.

Ausgangspunkt der Reportage war die allgemeine Erfahrung, dass viele Schüler*innen mit ADHS im Regelbetrieb großer Schulen nicht ausreichend wahrgenommen werden und dadurch in ihrer Entwicklung zurückbleiben. Schloss Varenholz zeigt einen alternativen Weg: individuelle Förderung, Beziehungsarbeit und ein pädagogisches Umfeld, das auf die besonderen Bedürfnisse der jungen Menschen eingeht.

Im Mittelpunkt der Reportage steht der 15-jährige Fabian, der mit ADHS lebt. Zwei Tage lang wurde er von Reporter Kevin Ebert begleitet, der selbst ADHS hat. Dabei erhielt das Filmteam authentische Einblicke in Fabians Alltag – vom Schulunterricht über die Freizeit bis hin zur begleitenden Neurofeedback-Therapie, einem neuropsychologischen Trainingsverfahren zur positiven Beeinflussung von Hirnaktivitäten.

Darüber hinaus begleitet die Reportage eine Lehrkraft im Unterricht, lässt sie von ihren Erfahrungen berichten und zeigt, wie individuelle pädagogische Konzepte im Schulalltag umgesetzt werden. Ein besonderer Perspektivwechsel entsteht, als Reporter Kevin selbst eine Unterrichtsstunde vorbereitet und durchführt, die anschließend fachlich reflektiert wird.

Die PULS Reportage, die einen wertvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit ADHS, Schule und Jugendhilfe leistet, kann ab sofort auf YouTube unter @pulsreportage oder in der ARD-Mediathek angeschaut werden.

Leben in Wohngruppen der Jugendhilfe – sichtbar, ehrlich, berührend

Zentrales Ziel der Jugendhilfe in stationären Wohngruppen ist es, jungen Menschen einen sicheren und stabilen Lebensraum zu bieten. Verlässliche Beziehungen, emotionale Entwicklung sowie die Stärkung von Identität, Selbstwert und sozialer Teilhabe stehen dabei im Mittelpunkt. Junge Menschen sollen Anerkennung erfahren, mitbestimmen können und schrittweise auf ein selbstständiges Leben vorbereitet werden. Doch wie wirken sich familiäre Belastungen und biografische Brüche auf das Verhalten und die emotionale Entwicklung aus? Welche Rolle spielen Unsicherheiten, Ängste und der Wunsch nach einem „normalen Leben“?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Fachtag der Fachinstitute Blauschek im Kino Rinteln. Pädagogische Fachkräfte, Bewohner*innen der Jugendhilfeeinrichtungen sowie Gäste aus Bildung und Erziehung kamen mit dem Regisseur Stefan Sick ins Gespräch. Zur Einführung wurde der Dokumentarfilm „Das fast normale Leben“ gezeigt. Der Film begleitet vier Mädchen in einer Wohngruppe der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort. Getrennt von ihren Eltern ringen sie um Selbstliebe, Anerkennung, Selbstbestimmung und Geborgenheit. Ohne Schuldzuweisungen gibt der Film einen authentischen Einblick in den Alltag der Jugendhilfe – einen Alltag, der nicht immer reibungslos verläuft, in dem jedoch tragfähige Beziehungen und Schutzräume entstehen können.

In der anschließenden Diskussion berichtete Stefan Sick ausführlich über die Entstehung des Films, die 85 Tage andauernden Dreharbeiten sowie über seine Erfahrungen mit den jungen Menschen, den pädagogischen Fachkräften, den Eltern und dem zuständigen Jugendamt. Intensiv diskutiert wurde zudem das Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz in der Jugendhilfe – ein Balanceakt zwischen empathischer Beziehungsarbeit und professioneller Abgrenzung. Abschließend betonte Sick, dass es ihm mit dem Film vor allem darum gehe, das Leben junger Menschen in stationären Wohngruppen sichtbar zu machen, ihnen eine Stimme zu geben und sie in ihrer Realität ernst zu nehmen.

Der Fachtag bot wertvolle Impulse, Raum für Austausch und neue Perspektiven auf eine Jugendhilfe, die Beziehung lebt und Entwicklung ermöglicht.


Segeltörn auf dem Ijsselmeer

Im September machten sich 40 Schüler*innen der Jahrgänge 7–10 der Sekundarschule Schloss Varenholz auf den Weg zu einem einwöchigen Segeltörn auf dem Ijsselmeer an der holländischen Nordseeküste.

Das Ziel dieser besonderen Fahrt war es, Werte wie Solidarität, Teamfähigkeit, Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme zu stärken – Eigenschaften, die sich auf einem Schiff, wo Rückzugsmöglichkeiten begrenzt sind, besonders gut einüben lassen.

Die Jugendlichen meisterten gemeinsam das Leben an Bord: von der täglichen Arbeit an Deck über die Zubereitung von Mahlzeiten bis hin zu Spiel und Spaß im Team. So konnten sie ihre sozialen Kompetenzen auf natürliche Weise und ohne erhobenen Zeigefinger erweitern.

Neben den gemeinsamen Herausforderungen blieb bei bestem Segelwetter auch genügend Zeit, um die Natur zu genießen, frischen Meereswind zu atmen und die Seele baumeln zu lassen.

Reit-AG auf Schloss Varenholz: Mehr als nur Reiten

Seit 2018 fahren einmal wöchentlich bis zu acht junge Menschen aus der Jugendhilfeeinrichtung Schloss Varenholz zum Reiterhof der Familie Schulze-Brandt in Hohenrode. Dort erhalten sie qualifizierten Reitunterricht nach den Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Doch das Programm umfasst weit mehr als das Reiten selbst: Pflege der Pferde, Bodenarbeit, ein fairer und respektvoller Umgang mit den Tieren sowie gemeinsame Ausritte in die Natur gehören ebenso dazu. Das Medium Pferd ermöglicht den Jugendlichen dabei einen besonderen Zugang – zu den Tieren, zur Natur und nicht zuletzt zu sich selbst.

Die Reit-AG fördert wichtige Entwicklungsbereiche wie emotionale Stabilität, soziale Kompetenz, motorische Fähigkeiten und Selbstvertrauen. Viele junge Menschen haben hier bereits die Grundlagen des Reitens erlernt, erste Reiterfahrungen gesammelt oder ihre reiterlichen Fähigkeiten weiter ausgebaut.

👉 Ein Angebot, das Freude bereitet und nachhaltig wirkt – ganz im Sinne einer ganzheitlichen Förderung.

„Im Prinzip Familie“ – Kinoevent im Rahmen der Woche der Erziehungshilfe

Unter dem Motto „Wir gestalten Zukunft“ findet vom 01.–05.09.2025 die Woche der Erziehungshilfe dezentral in ganz NRW statt.
Im Rahmen dieser Initiative lädt die Kooperation Jugendhilfe Lippe am 05.09.2025 in die Filmwelt Lippe in Lage ein. Gezeigt wird der preisgekrönte Dokumentarfilm „Im Prinzip Familie“ von Regisseur Daniel Abma.

Der Film gibt einen eindrucksvollen Einblick in den Alltag einer Wohngruppe: Drei Erzieher*innen leben mit fünf Jungen in einem Haus am See. Aus den unterschiedlichsten Gründen können die Kinder nicht bei ihren Familien bleiben. Gemeinsam wird versucht, den Alltag zu gestalten, Beziehungen zu stärken und neue Perspektiven zu eröffnen.

Im Anschluss an die Vorführung findet eine Diskussionsrunde mit Regisseur Daniel Abma und geladenen Gästen statt – darunter pädagogische Fachkräfte aus der stationären Jugendhilfe, Auszubildende aus vier regionalen Fachschulen sowie Vertretende der fünf lippischen Jugendämter.

📅 Datum: 05.09.2025
📍 Ort: Filmwelt Lippe, Lage

Woche der Erziehungshilfe vom 1. bis 5. September 2025 in NRW

Wir gestalten Zukunft mit Kindern, Jugendlichen und Familien
Hilfe zur Erziehung – was ist das eigentlich? Die rechtliche Grundlage dafür findet sich im Sozialgesetzbuch VIII beginnend mit dem §27. Sie gliedert sich in drei Teilbereiche auf: ambulant, teilstationär, stationär. Dahinter verbergen sich vielfältigste Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien in unterschiedlichsten Bereichen.

Um die Vielfalt dieser Angebote und die vielen Menschen, die diese Hilfen annehmen, gestalten und weiterentwickeln sichtbar zu machen, laden die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freie Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen und der VPK Landesverband NRW e.V. herzlich ein zur Woche der Erziehungshilfe – wir gestalten Zukunft mit Kindern, Jugendlichen und Familien, die vom 1. bis 5. September 2025 dezentral in ganz Nordrhein-Westfalen stattfindet. Sie wird ausgerichtet von sämtlichen Trägern der Freien Wohlfahrtspflege mit einem bunten Programm und vielen Angeboten und Veranstaltungen.

Weitere Informationen, Veranstaltungen & Termine:

Fortbildung zum Thema „Autismus-Spektrum-Störung“ im Rahmen der Sommerakademie

Im Rahmen der Sommerakademie der Fachinstitute Blauschek hatten die  Mitarbeitenden von Schloss Varenholz die Möglichkeit, an einer besonderen Fortbildung teilzunehmen: „Sensibilisierung zum Thema Autismus-Spektrum-Störung (ASS)“, geleitet von Lena Rodemeister und Angelo Schmidt.

Gemeinsam Perspektiven wechseln
Von Anfang an stand im Mittelpunkt, die Erlebenswelt junger Menschen im Autismus-Spektrum besser zu verstehen. Klischees und Stereotype wurden hinterfragt, und schnell entstand ein lebendiger Austausch über Erfahrungen, Beobachtungen und Fragen aus dem pädagogischen Alltag.

Besonders bereichernd war die Arbeit in Kleingruppen:
👥 Hier wurden Videos, Fallbeispiele und Alltagssituationen diskutiert, eigene Ideen eingebracht und gemeinsam Lösungen entwickelt.
💡 Methoden wie der TEACCH-Ansatz oder die Unterstützte Kommunikation (UK) konnten dabei direkt in Bezug auf reale Situationen übertragen werden.
📱 Ein Highlight war die Vorstellung der Metacom-Software, mit der Symbole und Piktogramme ausprobiert wurden – und die deutlich machte, wie wichtig visuelle Unterstützung für Orientierung, Sicherheit und Selbstbestimmung sein kann.

Praxisnah & inspirierend
Die Teilnehmenden betonten, wie wertvoll es war, eigene Praxisfälle einzubringen und diese in der Gruppe zu reflektieren. „Gerade die Verbindung von Theorie und ganz konkreten Alltagssituationen hat uns sehr weitergebracht“, fasste eine Teilnehmerin zusammen.

Fazit
Die Fortbildung hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern vor allem dazu angeregt, den Blick zu erweitern:
➡️ Wie können wir jungen Menschen mehr Autonomie ermöglichen?
➡️ Wie schaffen wir Strukturen, die Sicherheit geben und Teilhabe fördern?

Am Ende nahmen alle viele neue Impulse und Anregungen für die eigene Arbeit mit. Und es wurde deutlich: Ein achtsamer, reflektierter und ressourcenorientierter Umgang ist der Schlüssel, um jungen Menschen im Autismus-Spektrum bestmöglich zu begleiten.

Wir bedanken uns herzlich bei den Referent*innen und allen Teilnehmenden für die engagierte Mitarbeit und den offenen Austausch! 💙

Fortbildung „Digitale Kindeswohlgefährdung“ im Rahmen der Sommerakademie

Die diesjährige Sommerakademie der Fachinstitute Blauschek bot den Mitarbeitenden aus Jugendhilfeeinrichtungen und Schulen die Möglichkeit, sich im Rahmen einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung intensiv mit dem Thema „Digitale Kindeswohlgefährdung“ auseinanderzusetzen.

Digitale Medien prägen längst den Alltag aller Generationen. Während sie zahlreiche Chancen eröffnen, bergen sie auch Risiken – gerade für Kinder und Jugendliche. Fachkräfte der Sozialen Arbeit sind hier in besonderem Maße gefordert, mögliche Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln.

Die Fortbildung beleuchtete u.a. folgende Arbeitsschwerpunkte:

  • Generationale Unterschiede im Aufwachsen mit digitalen Medien

  • Möglichkeiten und Risiken des (frühen) Medienkonsums

  • Digitale Gefährdungsformen wie Cybergrooming, sexualisierte Gewalt und Gewalt in Peergroups

  • Perspektive von „Tatpersonen“

Dozent der Veranstaltung war Julius Heitmann, Sozialpädagoge (B.A.), Master of Arts in Beratung, Mediation und Coaching.
Neben fundiertem Fachwissen bot die Veranstaltung auch Raum für Reflexion, Austausch und multiprofessionellen Dialog. Dadurch entstand eine ganzheitliche Annäherung an lösungsorientierte Konzepte und konkrete Maßnahmen, die in der pädagogischen Praxis unmittelbar Anwendung finden können.

Die Fortbildung hat deutlich gemacht: Digitale Kindeswohlgefährdung ist eine Herausforderung – aber auch eine Chance, durch kompetente Fachkräfte Schutzräume zu schaffen und Kinder wie Jugendliche nachhaltig zu stärken.

Sommerakademie 2025 – Fortbildungswoche für Mitarbeitende der Einrichtungen und Schulen der Fachinstitute Blauschek

Auch in diesem Jahr findet in der letzten Sommerferienwoche die traditionelle Sommerakademie der Fachinstitute Blauschek suf Schloss Varenholz statt. Vom 18. bis 22. August 2025 haben alle Mitarbeitenden aus den Jugendhilfeeinrichtungen und Schulen die Möglichkeit, sich in verschiedenen Fachbereichen fortzubilden und neue Impulse für die tägliche Arbeit zu gewinnen.

Das Programm bietet eine große Bandbreite an Themen – von psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter (ICD-10 Diagnostik) über digitale Kindeswohlgefährdung bis hin zu praxisnahen Workshops zu Autismus-Spektrum-Störungen, traumasensibler Pädagogik oder systemischem Arbeiten mit Herkunftssystemen. Auch für spezifische Zielgruppen wie Schulbegleitungen oder Teamleitungen gibt es zugeschnittene Angebote. Zudem werden Themen wie sexualpädagogische Grundlagen oder Beteiligungskultur in Wohngruppen und Klassen praxisnah vermittelt.

Die Sommerakademie versteht sich als Ort des Fachaustauschs, der Reflexion und der gemeinsamen Weiterentwicklung. Neben fachlichen Inputs legen wir Wert auf interaktive Formate, in denen die Teilnehmenden ihr Wissen vertiefen und eigene Erfahrungen einbringen können.

Wir freuen uns auf eine inspirierende Woche mit engagierten Fachkräften und spannenden Begegnungen.